3000 v. Chr.
Die Sumerer
Um 3000 v. Chr. gingen die Sumerer nicht nur als
Entwickler der Keilschrift und Begründer der
Monumentalarchitektur hervor. In Mesopotamien, am
Unterlauf der Flüsse Euphrat und Tigris im heutigen
Irak, wurde auch das erste Bier gebraut.
Ausgangspunkt bildete ein vergorener Brotteig, den die
Sumerer als Brei genossen, als Suppe löffelten oder eben
als «Gerstensaft» tranken. Um zu verhindern, dass
man Brotstücke verschlucken konnte,
wurde dieser Urahn des modernen Biers mit einer
Form des Strohhalms getrunken.

2000 v. Chr.
Die Babylonier
Die Bierbraukunst der Sumerer wurde von den Babyloniern weitergeführt. Der damalige König Hammurabi war der erste Herrscher, der ein Gesetz für das Brau- und
Gaststättengewerbe mit insgesamt 320 Paragraphen, den «Hammurabi-Kodex» erliess. Darin waren u.a. Vorschriften über das Brauwesen, den Besuch von Gaststätten sowie die Gestaltung der Bierpreise enthalten. Wer wässriges Bier herstellte, hatte indes wenig zu lachen, denn dafür sah Hammurabis Strafkatalog den Tod durch Ersäufen im eigenen
Gebräu vor.

2000 v. Chr.
Die Ägypter
Die alten Ägypter verfolgten eine spezielle Art der
Bierherstellung. Um 2.5 Liter Bier zu
brauen, wurde ein angebackenes Brot zerbröckelt
und mit vergorenem Dattelmus vermengt. Durch
die zuckerhaltigen Früchte setzte man nach
Zugabe von Wasser die Gärung in Gang. Zum
Schluss wurde die Masse durch ein Korbsieb
gepresst und in einem Bottich zu Ende gegärt.

1000 v. Chr. bis 1000 n. Chr.
Die Römer
Obwohl im Alten Rom der Wein das dominierende
Getränk war, brauten auch die Römer Bier. Populär
war es vorallem in den Aussenbezirken des
römischen Imperiums, wo Weintrauben nur schlecht
gediehen. Unter Römern galt Bier jedoch
als abscheulicher Trank der Barbaren und der Armen.
Trotzdem entwickelte sich entlang des Limes zwischen den römischen Legionen und den
Germanen ein reger Handel.

1000 v. Chr. bis 1000 n. Chr.
Die Germanen
Sie liessen als erste Getreidekörner keimen, um sie anschliessend zu trocknen und mit Wasser aufzukochen.
Damit gelten die Germanen als Wegbereiter der modernen Bierbraukunst. Das Germanen-Bier zeichnete sich durch seine aufputschende und psychologisch stimulierende Wirkung aus, wodurch sie sich näher den Göttern fühlten und sich Mut für ihren Kampf gegen das römische Imperium antrinken konnten.

bis 15. Jahrhundert
Mittelalter I
Im Mittelalter hielt das Bier auch in den Klöstern
Mitteleuropas Einzug. So waren die dort
ansässigen Mönche und Nonnen auch die Ersten, die dem Bier
Hopfen als Gewürzmittel hinzufügten. Berühmt
ist der Grundrissplan des Klosters St. Gallen aus
dem Jahr 820, welcher gleich drei Brauereien
aufzeigt. Eine Brauerei braute das Bier für die
Mönche, eine für die zahlreich anreisenden Pilger
und eine für weitere Gäste. In den Klöstern diente das Bier als wichtige
Ergänzung zu den Mahlzeiten und erwies sich
insofern in der Fastenzeit als nützlich, da
während des Fastens ausschliesslich Flüssiges zu
sich genommen werden durfte.
Zu jener Zeit waren die Klöster aber auch Zentren der Heilkunst.
Hildegard von Bingen und Paracelsus empfahlen Bier
zur Wiederherstellung und Kräftigung der Gesundheit.

bis 15. Jahrhundert
Mittelalter II
Während des Mittelalters spitzte sich der Konkurrenzkampf zwischen bürgerlichen Brauereien und Gaststätten sowie den Klöstern mit ihren günstigen und qualitativ hochstehenden Bieren zu.
Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begannen deshalb viele Landesfürsten damit, den Klöstern den öffentlichen Verkauf ihres Biers zu verbieten. In der gleichen Zeit wurde auch das berühmte Reinheitsgebot von Herzog Wilhelm IV erlassen, welches verhindern sollte, dass der Markt mit gerfälschtem Bier überschwemmt wird.
Zu erwähnen ist auch, dass in jener Zeit zwischen der Völkerwanderungen und dem hohen Mittelalter viele Haushalte ihr eigenes Bier brauten.
Die Frauen brauten es so selbstverständlich, wie sie Brot backten.
Gelang ihnen der Sud besonders gut, luden sie ihre Nachbarinnen zum Bierkränzchen ein. Auch in vielen Brauhäusern sah man zu jener Zeit viele Frauen. Und wenn eine junge Frau heiratete, gehörte der Braukessel zur Mitgift.

17. Jahrhundert
Bier in der Schweiz
Auf dem Gebiet der damaligen Eidgenossenschaft erteilte erstmals der Kanton Bern im 17. Jahrhundert eine Bewilligung zur gewerbsmässigen Herstellung von Bier. Eine eigentliche Brauindustrie indes entwickelte sich erst im Zuge der grossen technischen Erfindungen während der Industrialisierung.

19. bis 20. Jahrhundert
Industrielle Revolution
In der Neuzeit waren es vor allem die zahlreichen technischen Errungenschaften der zunehmenden Industrialisierung, die das Brauwesen nachhaltig prägten. Dazu gehörte die von James Watt perfektionierte Dampfmaschine,die zur Dampfeisenbahn führte.
Diese sorgte für kürzere Transportzeiten zwischen Getreidebauern, Bierbrauern und Händlern. Durchschlagend für die Brautechnik war die 1875 von Carl von Linde erfundene Kühlmaschine.
Sie ermöglichte es den Brauern, während des ganzen Jahres eine gleichbleibende Bierqualität zuerzeugen oder die Entdeckung der für die Gärung verantwortlichen
Mikroorganismen durch Louis Pasteur.
Bereits wenige Jahre später wurde in der Schweiz mit der Abfüllung des Bieres in Flaschen begonnen.
